{"id":140,"date":"2015-08-24T13:12:19","date_gmt":"2015-08-24T11:12:19","guid":{"rendered":"http:\/\/www.sellingergasse7.at\/wordpress\/?page_id=140"},"modified":"2015-08-24T15:29:57","modified_gmt":"2015-08-24T13:29:57","slug":"kaiserebersdorf","status":"publish","type":"page","link":"http:\/\/www.sellingergasse7.at\/?page_id=140","title":{"rendered":"Kaiserebersdorf"},"content":{"rendered":"<p><a href=\"http:\/\/www.sellingergasse7.at\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2015\/08\/Kais-pic-2.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignnone wp-image-103 size-thumbnail\" src=\"http:\/\/www.sellingergasse7.at\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2015\/08\/Kais-pic-2-150x150.jpg\" alt=\"Kais-pic-2\" width=\"150\" height=\"150\" \/><\/a>\u00a0\u00a0\u00a0 <a href=\"http:\/\/www.sellingergasse7.at\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2015\/08\/Kais-pic-1.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignnone wp-image-102 size-thumbnail\" src=\"http:\/\/www.sellingergasse7.at\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2015\/08\/Kais-pic-1-150x150.jpg\" alt=\"Kais-pic-1\" width=\"150\" height=\"150\" \/><\/a>\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0 <\/p>\n<p>Fr\u00fcheste Siedlungsspuren sind f\u00fcr die Hallstattzeit (1200\u2013 800 v.Chr.) nachgewiesen. Urnengr\u00e4ber mit Bronzebeigaben, Wohngruben mit vorzeitlichen Abf\u00e4llen und Spuren von Feuerstellen belegen dies. Im Bezirksmuseum am Enkplatz k\u00f6nnen die restaurierten Fundst\u00fccke vom Leberberg besichtigt werden.1028 findet man zum ersten Mal den Namen &#8222;Simaninngen&#8220; auf einer Schenkungsurkunde. Bis zirka 1848 hat der Laaerberg zu Simmering geh\u00f6rt. Heute geh\u00f6rt er zu Favoriten, die Grenze verlief genau in der Mitte der Stra\u00dfe des B\u00f6hmischen Praters.<\/p>\n<p>Auch Ebersdorf ist schon fr\u00fch urkundlich belegt. Als sicher gelten drei Notizen im Traditionsbuch des Benediktinerstiftes G\u00f6ttweig 1108-25. Konrad von Hintberg w\u00e4hlte nach einem G\u00fctertausch Ebersdorf zum Familienwohnsitz. Damit beginnt die 200j\u00e4hrige Geschichte der Herren von Hintperg-Ebersdorf. Die Ebersdorfer spielten in der \u00f6sterreichischen Geschichte eine wichtige Rolle. Sie waren h\u00e4ufig Erbk\u00e4mmerer und R\u00e4te sowohl unter den Babenbergern als auch den Habsburgern.Das Familienschloss am heutigen M\u00fcnnichplatz ist trotz vieler Umbauten bis heute erhalten. Als in der 2. H\u00e4lfte des 15.Jh. die kaiserliche Macht durch innerfamili\u00e4re Zwistigkeiten ersch\u00fcttert war und daher Rechtsunsicherheit drohte, kamm es in Ebersdorf zu einem heute geradezu romantisch klingenden Zwischenspiel: Die R\u00e4uber&#8220;f\u00fcrsten&#8220; Ludwenko und Pangratz besetzten das Gebiet zwischen Ebersdorf und Fischamend, erpressten hohe Steuern von der Bev\u00f6lkerung und hielten geheime Gerichtsverhandlungen ab, bis sie 1464 von Albrecht von Ebersdorf zur Aufgabe gezwungen wurden. 1484 wird Schloss Ebersdorf vom ungarischen K\u00f6nig Matthias Corvinus belagert und eingenommen.<\/p>\n<p>1499 schlie\u00dflich ging es durch G\u00fctertausch in kaiserlichen Besitz \u00fcber. Kaiser Maximilian I.,der &#8222;letzte Ritter&#8220;, gestaltete es zu einem Jagdschloss um. Als 1529 die T\u00fcrken gegen Wien ziehen, soll der Sultan das Ebersdorfer Schloss bewohnt haben, obwohl das ber\u00fchmte Prunkzelt Suleimans wahrscheinlich an der Stelle des sp\u00e4teren Neugeb\u00e4udes errichtet worden war. Offenbar war es den T\u00fcrken zu kalt, denn sie zogen bald wieder ab &#8211; nicht ohne das Schloss in Brand gesetzt zu haben.<\/p>\n<p>Die \u00e4lteste Darstellung von Dorf und Schloss findet sich auf einem dem 16.Jh. entstammenden Fresko im Florenzer Palazzo Vecchio. Die Bedeutung des Schlosses wechselt je nach kaiserlicher Anwesenheit. Ende des 16.Jh. brachte Maximilian II. einen Elefanten nach Wien, der dann 1 Jahr lang in der Ebersdorfer Menagerie dahinvegetierte und schlie\u00dflich starb. Der rechte Vorderfu\u00df des Tieres befindet sich heute in der Kunstsammlung des Stiftes Kremsm\u00fcnster.<\/p>\n<p>Recht \u00e4hnlich verl\u00e4uft die Geschichte des Schlosses Neugeb\u00e4ude, von dem heute nur mehr ein nackter schmuckloser Torso erhalten ist. Maximilian II. lie\u00df es sich als Lustschloss mit Zierg\u00e4rten und einer Menagerie erbauen.(Das Ebersdorfer Jagdschloss war f\u00fcr die gro\u00dfe Hofhaltung zu beengt). Bis heute ist der Name des Architekten unbekannt, es wurde aber von zahlreichen namhaften K\u00fcnstlern der Zeit prunkvoll ausgestattet.1607 \u00fcbersiedelte auch die Ebersdorfer Menagerie dort hin. Das Schloss war eine &#8222;\u00e4sthetische Begegnung von Natur und Kunst.&#8220; Aber auch hier sorgten geschichtliche Ereignisse (T\u00fcrkensturm, Kuruzzenaufst\u00e4nde etc.) f\u00fcr den langsamen Verfall. Unter Maria Theresia wurde es 1775 Pulvermagazin, seine monumentale S\u00e4ulengalerie wurde abgetragen und als &#8222;Gloriette&#8220; in Sch\u00f6nbrunn wieder aufgestellt.<\/p>\n<p>Das beginnende 17.Jh. brachte wieder st\u00fcrmische Zeiten. 1618 forderte eine adelige protestantische Abordnung von Kaiser Matthias in Ebersdorf Religionsfreiheit. 1819 besetzten schlie\u00dflich b\u00f6hmische Rebellen das Jagdschloss und machten es zu ihrem Hauptquartier. Zweimal ziehen B\u00f6hmen und Ungarn gegen Wien und pl\u00fcndern dabei r\u00fccksichtslos die Umgebung. Die Gemeinde Ebersdorf verarmte durch die andauernden Kriegsfolgen, durch mehrere Missernten und \u00dcberschwemmungen. Dazu kamen noch die Unannehmlichkeiten durch die Anwesenheit des gro\u00dfen kaiserlichen Gefolges w\u00e4hrend der allj\u00e4hrlichen Jagdsaison im Oktober und November. Die Einwohner mussten ihre Wohnungen r\u00e4umen und auf Dachb\u00f6den und Stadeln schlafen, um allen Bediensteten Platz zu bieten.<\/p>\n<p>Wie in Simmering war es auch in Ebersdorf nach dem T\u00fcrkensturm vorbei mit dem Weinanbau vorbei. Der Ort hatte auch 1683 beim 2. Vorr\u00fccken der T\u00fcrken wieder gebrannt. Maria Theresia verschenkte 1745 Schloss Ebersdorf an den sp\u00e4teren Weihbischof Dr. Anton von Marxer, der es zum Armen- und Waisenhaus umgestaltete. Da die Kaiserin kein besonderes Interesse an der Gegend hatte, wurde es wieder still in Ebersdorf. Allerdings erlebte es um 1746 eine kurze Bl\u00fcte als Wallfahrtsort. Allsonnt\u00e4glich st\u00fcrmten bis zu 5000 Pilger das Gnadenbild &#8222;Maria am Baume&#8220;, bei dem sich zahlreiche Heilungen ereignet haben sollen. Diese Vorg\u00e4nge endeten allerdings abrupt mit der josephinischen Religionsreform.<\/p>\n<p>1809 verw\u00fcsteten franz\u00f6sische Soldaten den Ort Ebersdorf. Auch eine Beschwerde des Pfarrers bei Napoleon selbst, der gerade im Th\u00fcrnlhof logierte, n\u00fctzte nichts. Vom 18.-24. Mai soll Napoleon in Kaiserebersdorf gewohnt haben. Auch in Ebersdorf endete 1850 die Grundherrschaft. Einen wirtschaftlichen Aufstieg erlebte die neue Gemeinde, als 1870 die Stadt Wien um 254.993 fl Ackerland zur Errichtung des neuen Zentralfriedhofes ankaufte. Einige Industriebetriebe siedelten sich bald an, sonst ging es aber nach wie vor l\u00e4ndlich ruhig zu, was sich auch darin zeigt, dass zur Sicherheit der Gemeinde ein einziger Nachtw\u00e4chter mit Hund gen\u00fcgte. Erst ab 1876 wurde ein Wachposten beim Zentralfriedhof n\u00f6tig, da sich Raub\u00fcberf\u00e4lle auf Friedhofsbesucher h\u00e4uften. Kaiserebersdorf blieb trotz zeitweiligen kaiserlichen Interesses ein kleiner Ort. Trotz Industrieansiedlung erreichte es auch sp\u00e4ter nie auch nur ann\u00e4hernd die Gr\u00f6\u00dfe des Nachbarortes Simmering. Im Jahre 1883 hatte es ca. 2500 Einwohner.1891 schlie\u00dflich wurde es gemeinsam mit Simmering zum XI.Wiener Gemeindebezirk.<\/p>\n<p><a href=\"http:\/\/www.sellingergasse7.at\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2015\/08\/Kais-pic-3.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignnone wp-image-104 size-thumbnail\" src=\"http:\/\/www.sellingergasse7.at\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2015\/08\/Kais-pic-3-150x150.jpg\" alt=\"Kais-pic-3\" width=\"150\" height=\"150\" \/><\/a>     <a href=\"http:\/\/www.sellingergasse7.at\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2015\/08\/Kais-pic-4.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignnone wp-image-105 size-thumbnail\" src=\"http:\/\/www.sellingergasse7.at\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2015\/08\/Kais-pic-4-150x150.jpg\" alt=\"Kais-pic-4\" width=\"150\" height=\"150\" \/><\/a><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>\u00a0\u00a0\u00a0 \u00a0\u00a0\u00a0\u00a0 Fr\u00fcheste Siedlungsspuren sind f\u00fcr die Hallstattzeit (1200\u2013 800 v.Chr.) nachgewiesen. 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